Kein Baum wie jeder andere

Wer hätte vor Jahrhunderten gedacht, dass das Wertvollste an der Kiefer tief verborgen im Herzen, also in der Mitte des Stammes steckt. Schon früh erkannte man, dass die Nadel und das Harz der Kiefer ungeahnte Wirkungen haben.

Traditionell wurde in der Volksheilkunde das Harz aus den Knospen, das sogenannte Terpentinöl, äußerlich bei Hautverletzungen und innerlich zur Inhalation bei Erkrankungen der Luftwege angewandt. Später diente Kiefernnadelöl zur Herstellung von Einreibungen und Inhalaten sowie ätherischen Ölbädern. Für Einreibungen, in Bäder- und Salbenzubereitungen wurden stets Rinde, Harz und Nadeln verwendet, nie aber das Kernholz mit seinen vielfältigen Eigenschaften.

Späte Entdeckung

Erst Ende des letzten Jahrhunderts wurde die Wirkung der Inhaltsstoffe im Kernholz der Kiefer entdeckt und genutzt. Im Kernholz haben sich über Hunderte von Generationen Kräfte gebildet, die den Baum widerstandsfähig machen und ihn so gesund halten! Diese Inhaltsstoffe sind es, die die Haut im Gleichgewicht halten und vor allem ins Gleichgewicht bringen können.

Symbol der Langlebigkeit

Nicht ohne Grund ist die Kiefer das Symbol von Langlebigkeit, Ausdauer und Wiederauferstehung. Die in Kalifornien beheimateten Bristlecone Pines, die langlebigen Kiefern werden 4.000 Jahre und älter. Älter als Pyramiden sind sie und behaupten sich auch in einer Höhe von 3300 Metern. „Paradoxerweise werden die Kiefern so alt, weil sie mit widrigen Wachstumsbedingungen zurecht kommen müssen“, so Patti Wells, Botanikerin bei der US-Forstverwaltung. Das Holz der Kiefer sei sehr harzig und dadurch ein guter Schutz vor Krankheiten. Und auch Insekten machen sich die pflanzlichen Abwehrkräfte zu Nutze. Schweizer Forscher konnten nachweisen, dass Ameisen sich mit kleinen Harzbröckchen gegen Bakterien wappnen und sie damit ihre Überlebensrate signifikant erhöhen. Singvögel und Bienen nutzen diese Kraft, indem sie ihre Nester ebenfalls mit einer Harzmasse abdichten.  Was die Nutzung dieser gesundheitsfördernden Eigenschaften angeht, haben Flora und Fauna uns also einiges voraus...